News from a Small Island

... oder: ein Landei in London

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Name: Barbara

Saturday, November 07, 2009

Nachrichten vom Südpol

Gibt es leider nicht von mir selbst, obwohl das schon eine tolle Ausrede wäre für die lange Blog-Stille. Aber vielleicht erinnert sich noch jemand an meinen Eintrag von Mitte März, dass der Pinguin an der Uni geklaut wurde. Tja, er ist wieder da, oder besser gesagt, sein Cousin steht seit dieser Woche an alter Stelle - nur besser gesichert. Fragt sich nur für wie lange.

Tuesday, September 29, 2009

Arthur's Day und Linksverkehr

sind wohl die bleibendsten Eindrücke von meinem Irland-Kurzurlaub letzte Woche. Galway und das dortige Oyster-Festival waren auch nicht schlecht, aber diese Geschichte und Fotos gibt es ein anderes Mal.
Aber von vorne: wir waren letzte Woche für fünf Tage in Westirland, zuerst im Haus von Taras Eltern und dann in Galway. Am Donnerstag war Arthur's Day, benannt nach Arthur Guinness. Am 24. September 1759 wurde das erste Guinness ausgeschenkt, und der 250. Geburtstag wurde mit einem Toast auf Arthur um genau 17:59 gefeiert. Der Countdown wurde den ganzen Tag im Fernsehen übertragen, den Toast selbst durfte dann Tom Jones aussprechen - obwohl der Waliser ist und nicht Ire. Danach gab es verschiedene Konzerte, die ausschnittsweise im Fernsehen zu sehen waren. Wir waren zu dem Zeitpunkt in einem kleinen Pub in Westport, einer kleinen Stadt im County Mayo nachdem wir den ganzen Tag dort durch die Gegend gekurvt waren. Der Pub-Besitzer hat um kurz vor sechs allen Gästen die noch kein Guinness vor sich hatten einfach eins hingestellt, damit auch wirklich jeder mit anstoßen konnte. So bin ich also zum ersten Guinness meines Lebens gekommen. Wenn ich gewusst hätte, dass das gar nicht nach Bier schmeckt, hätte ich nicht so lange gewartet.
Da es mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Westirland eher schlecht aussieht, haben wir ein Auto gemietet, und Kara und ich hatten die Ehre unsere Gruppe durch die Gegend zu kutschieren. Da Automatik-Autos viel teurer gewesen wären, bekam Kara einen Crashkurs im mit Gangschaltung fahren. Sie hat schnell gelernt, aber ich habe seither eine neue Hochachtung für Leute, die sich anfangs zu mir ins Auto getraut haben.
Tara hatte uns vor den Straßen in Irland gewarnt, aber wirklich geglaubt haben wir ihr nicht, dass die Straßen dort kein Vergnügen sind. Sie hatte natürlich recht. Sehr enge Straßen, uneinsehbare Kurven, Schlaglöcher, 90°-Kurven direkt vor engen Brücken und Bodenwellen die sich nur über einen Teil der Fahrbahnbreite erstrecken sind genug um die Geschwindigkeitsbeschränkung von 100km/h ein bisschen höhnisch wirken zu lassen. Der Linksverkehr ist im Vergleich dazu fast kein Problem mehr. Nur im Kreisverkehr fällt die Umstellung ein bisschen schwer.
Vielleicht sind die Straßen dort auch absichtlich so gebaut, dass man langsam fahren muss. Schließlich kann man so die Landschaft besser genießen, und die ist in dieser Gegend fantastisch. Außerdem macht es dann weniger, wenn Kühe und Schafe mitten auf der Straße stehen, man kann locker bremsen. Und warten, und dabei die Landschaft genießen.

Monday, September 21, 2009

Eigentlich wollte ich

schon seit ein paar Tagen über zwei Filme schreiben, die ich in der letzten Zeit im Kino gesehen habe. Der eine, "Inglourious Basterds", läuft schon so lange, dass ich niemandem mehr was Neues erzähle (der Vollständigkeit halber: mir hat er sehr gut gefallen, und ich würde unbedingt die Originalfassung empfehlen, da der Film ohnehin viersprachig ist).
Der andere, "District 9", ist zwar unbedingt zu empfehlen, aber nur schwer zu beschreiben. Es ist eine Pseudo-Doku über eine Gruppe Außerirdischer die seit 20 Jahren in einem Ghetto von Johannesburg lebt und jetzt umgesiedelt werden soll. Der Leiter der Umsiedlung wird mit einem Mittel verseucht und verwandelt sich langsam in einen von ihnen. Dieser Mensch/Außerirdische ist zwar die Hauptfigur, die Sympathieträger sind aber einer der Außerirdischen und sein Sohn. Angesichts der Tatsache, dass diese Dinger richtig hässlich sind, ist das schon eine reife Leistung. Der Film ist sehr lustig, sehr spannend und etwa bis zur Hälfte auch sehr sozialkritisch, was wohl vor allem am Schauplatz liegt. Dann ist es aber auch genug mit der moralischen Keule, so dass der Wandel zum Actionfilm wirklich nicht stört. Der Film ist ein bisschen eklig, aber unbedingt empfehlenswert. Nur eben, wie schon gesagt, schwer zu beschreiben.
Demnächst wird übrigens endlich "Der Hobbit" verfilmt. Die Buchvorlage ist heute vor 72 Jahren erschienen, und das dachte die Times schon damals über das Buch.

Friday, September 11, 2009

Von Robbie Williams

gibt es was Neues: ein Lied, mit zugehörigem Video. Vielleicht ist das ja auch schon old News, aber ich habe heute im Fitnessstudio zum ersten Mal das Video gesehen. Sah gut aus. Mein Ipod spielte da gerade "Angels", und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass das neue Lied ganz anders ist, denn das Video schien mir gänzlich unpassend.
Eine kurze Suche auf YouTube hat mich bestätigt - ich bin mir noch nicht sicher, ob mir "Bodies" gefällt.

Wednesday, September 09, 2009

Weil zum erzählen

mal wieder zu wenig Zeit ist - oder die Fotos noch fehlen - als kurzes Lebenszeichen nur ein kleiner Link zu einem nicht ganz so kleinen Artikel im New York Times Magazine der versucht zu erklären warum die meisten Ökonomen die Krise nicht vorhergesehen haben. Geschrieben von Paul Krugman, auf Englisch, für ein breites Publikum. Nach der Lektüre bin ich froh, dass ich noch ein "Anfänger" bin.

Thursday, August 27, 2009

Auf Facebook

tummelt sich inzwischen Alles und Jeder. Ein schoenes Beispiel dafuer gibt es hier zu sehen.

Tuesday, August 25, 2009

Sommerpause beendet

und um diesen Anlass zu feiern war ich mal wieder im Theater. "Phèdre" von Jean Racine, in einer Übersetzung von Ted Hughes. Wichtiger noch, Helen Mirren spielt die Hauptrolle und der Junge aus "Mamma Mia" ist auch dabei, mit mehr Kleidung und einer anspruchsvolleren Rolle.
Die Handlung: Phèdre ist mit Theseus verheiratet, der seit sechs Monaten verschollen ist und seinem Sohn Hippolytus - Phèdres Stiefsohn - aufgetragen hat auf die Familie aufzupassen. Venus hat nun Phèdre in den Kopf gesetzt, dass sie unsterblich in Hippolytus verliebt ist. Phèdre will sich umbringen, wird aber von ihrer Zofe davon abgehalten. Stattdessen kommt die Nachricht, dass Theseus gestorben ist, und Phèdre macht sich an den Junior ran. Der ist aber in eine andere verliebt, und findet die Szene eher ekelhaft. Dann steht plötzlich Theseus vor der Tür und damit Hippolytus Phèdre nicht verpetzen kann, erzählt die Zofe Theseus dass sein Sohn seine Frau vergewaltigt hat. Theseus verbannt Hippolytus und bittet Neptun, seinen Sohn zu töten. Dessen Unschuldsbeteuerung fällt auf taube Ohren. Da wir es mit einer griechischen Tragödie zu tun haben erkennt Theseus seinen Irrtum zu spät, Hippolytus ist tot, die Zofe von der Klippe gesprungen und Phèdre schluckt Gift.
Wenn man sich einmal damit abgefunden hat, dass die Handlung nur dadurch vorangeht, dass die Beteiligten unvernünftig sind, ist das Stück durchaus unterhaltsam. Die verliebte Phèdre ist extrem peinlich, die Momente in denen ihr Wahn nachlässt, und sie merkt was sie treibt, sind gleichzeitig komisch und tragisch. Theseus wird von einem langhaarigen, zottelbärtigen Iren gespielt, perfekt für den jähzornigen und sehr lebensfreudigen Charakter. Am besten fand ich allerdings die Darstellerin der Aricia, der Freundin von Hippolytus. Natürlich hatte sie eine leichtere Aufgabe, denn Phèdre ist eine eher unsympathische Person. Das Stück ist also äußerst sehenswert, und weil das so viele Leute fanden, wurde seine Laufzeit ein paar Wochen verlängert.

Monday, July 13, 2009

Mit Open Office

zu arbeiten ist meistens angenehmer als mit den Microsoft-Programmen, finde ich. Formeln, Zeichnungen und Bilder lassen sich leichter einfügen und bleiben auch, wo man sie hinsetzt. Außerdem finde ich es ganz praktisch, dass der PDF-Converter schon integriert ist, was zumindest bei meiner Microsoft Office Version nicht der Fall ist. Texte, vor allem wenn mathematische Formeln dabei sind, schreibe ich zwar normalerweise mit LaTeX, da kriege ich auch meinen pdf-Output, aber für eine Präsentation ist mir das meistens zu mühsam, da ist Open Office eigentlich ideal.
Eigentlich. Gestern Abend habe ich noch an den letzten Folien gearbeitet, konvertiert und dann glücklich und zufrieden den Computer ausgemacht. In der Vorlesung musste ich dann feststellen, dass beim konvertieren leider alle Zahlen die im Formel-Editor geschrieben waren in standard-arabische Ziffern umgewandelt wurden. Die Ziffern die wir in Westeuropa üblicherweise verwenden heißen zwar auch arabisch, sehen aber eindeutig NICHT so aus wie die Ziffern die man im Arabischen tatsächlich verwendet. An sich ist das ja kein Problem, erstens weiß ich ja was ich geschrieben habe und zweitens kann ich die standard-arabischen Ziffern lesen, aber meine Studenten haben schon ganz schön dumm geschaut.

Tuesday, July 07, 2009

Ein bisschen Werbung

für einen Bekannten von mir, der hier einen kleinen Blog gestartet hat für alle, die ein bisschen Geld sparen wollen oder müssen. Er ist Jude, weiß also wovon er redet (seine Worte, nicht meine) und im echten Leben weitaus umgänglicher also sein bloggendes Ich vermuten lässt.

Monday, June 29, 2009

Ein bisschen wundern

musste ich mich ueber diesen Artikel auf Spiegel Online. Man hat den Sarkophag des Paulus geoeffnet und - man hoere und staune - tatsaechlich Knochenreste gefunden. Was haben die denn sonst erwartet?
Ich weiss nicht, was mich daran mehr amuesiert: dass es eine Ueberraschung ist, dass in einem Sarg Ueberreste eines Toten sind, oder dass die katholische Kirche ueberrascht ist, dass ein Teil ihrer Gruendungslegende tatsaechlich auf Fakten begruendet sein koennte.

Saturday, June 27, 2009

Mit ein bisschen Musik

korrigieren sich die Klausuren beinahe von selbst. Die Frage dabei ist nur, was passt besser? Gute Laune Musik, damit sich die Sache nicht so zieht, oder eher traurige Musik, schließlich sind die meisten Klausuren eher tragisch. Zu mir passt auf alle Fälle dieses Lied (rechts oben klicken, sind nur dreißig Sekunden, aber das wesentliche ist dabei).

Wednesday, June 17, 2009

Hallo Welt,

ich bin wieder da. In letzter Zeit war eine Klausur vorzubereiten und zu schreiben und viele, viele andere Klausuren zu korrigieren, da musste alles andere ein bisschen hinten anstehen. Dann war auch noch das Wetter schoen, und da fiel mir doch besseres ein, als vor dem Computer zu sitzen. Zu erzaehlen hat es aber ohnehin nicht viel gegeben.
Diese Woche habe ich es immerhin einmal ins Kino geschafft. Nicht in irgendeines, sondern ins IMAX um Star Trek anzuschauen. Das Londoner IMAX ist riesig, da sieht ein Raumschiff dann auch wirklich aus wie ein Raumschiff, und nicht wie Spielzeug. Der Film laeuft schon so lange, dass ihn wahrscheinlich ohnehin schon jeder gesehen hat. Falls aber nicht, bitte unbedingt nachholen. Captain Kirk wird von einem echten Schauspieler gespielt und Chekov von einem echten Russen. Spock gibt es sogar gleich zweimal!
Die Handlung ist auch nicht schlecht.

Friday, May 15, 2009

Der dritte Teil

meiner kulturellen Frühlingsaktivitäten: einmal irisches Theater und einmal italienische Oper. Das wars für die nächste Zeit aber mit hochgeistigem Zeitvertreib, ich muss mir wieder andere Themen suchen.
Dass wir "Dancing at Lughnasa" angeschaut haben war eine eher kurzfristige Entscheidung, als Tara festgestellt hat, dass das Stück nur noch dreimal läuft. Das Stück ist etwa 20 Jahre alt, beschreibt aber einen Monat im Leben von fünf irischen Schwestern im Sommer 1936. Die Schwestern sind alle unverheiratet, zwischen 25 und ca. 40 Jahre alt und wohnen zusammen in einem kleinen irischen Dorf. Die Jüngste hat einen Sohn, dessen Vater gelegentlich zu Besuch kommt. Der Erzähler der Geschichte ist der inzwischen erwachsene Sohn.
Das Stück beginnt kurz nach der Heimkehr des Bruders der jahrzehntelang als Missionar in Afrika gelebt hat und sich Malaria eingefangen hat. Das Erntefest (Lughnasa) steht vor der Tür und die Schwestern überlegen ob sie nicht ausnahmsweise wieder einmal auf den Ernteball gehen sollen. Sie haben ein neues Radio und üben schon mal fleißig tanzen, zur großen Verwunderung des kleinen Jungen.
Am Ende ist der Bruder tot und zwei der Schwestern davongelaufen. Dazwischen verwandelt sich das Stück von einer lustigen kleinen Familiengeschichte in ein eher deprimierendes Gesellschaftsdrama. Man hat mir gesagt das sei typisch irisch. Das Stück war im Old Vic zu sehen, das ich ja schon lange Mal von innen sehen wollte. Die Bühne ist in der Mitte des Theaters, am tiefsten Punkt, und rundherum sitzen Zuschauer - ein Amphitheater unterm Dach. Das war ideal für das Stück, das in der Küche und rund um das Haus der Schwestern spielt und keinerlei Umbauten am Bühnenbild braucht.
Die Oper war mal wieder im Royal Opera House, "L'elisir d'amore" von Donizetti. Eine komische Oper ohne jegliche tragische Anwandlung, aber mit sehr eingängiger Musik. Die Handlung is schnell erzählt: Dorftrottel ist verliebt in Dorfschönheit, die nichts von ihm wissen will und stattdessen einen etwas pompösen Sergeant erhört. Der Dorftrottel schwatzt dem fahrenden Quacksalber einen Liebestrank ab, der nichts anderes ist als eine Flasche Rotwein, betrinkt sich und ignoriert seine Angebetete, was diese zunächst sehr verstimmt, aber schließlich ihr Herz erobert.
Die Aufführung war sehr gut gemacht. Die Sänger waren sich nicht zu Schade auch Theater zu spielen und sich gelegentlich zum Affen zu machen. Das Ergebnis war nicht nur hörenswert, sondern auch sehr, sehr lustig und uneingeschränkt empfehlenswert (auch wenn man von unseren Plätzen aus mal wieder den rechten Bühnenrand nicht sehen konnte).

Sunday, May 03, 2009

Clash of Cultures

Hoch gegen Pop, war diese Woche angesagt. Es traten an "X-Men Origins: Wolverine" mit Hugh Jackman gegen "Waiting For Godot" mit Ian McKellen und Patrick Stewart. Im Film durften die beiden ja diesmal (fast) nicht mitspielen.
Wolverine erzählt, wie der Titel schon sagt, die Geschichte von Logan, bevor er in X-Men Teil eins auftaucht. Man weiß also schon, wie der Film ausgeht. Allgemein waren die Kritiken zu dem Film ja eher schlecht bis unterirdisch, wobei weibliche Kritiker etwas gnädiger waren. Dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung: Hugh Jackman nackt, so kurz vor der Hälfte des Films (nach etwa 45 Minuten, glaub ich). Tatsächlich ist der Film besser als viele behaupten, solange man akzeptiert dass es eben eine Comic-Verfilmung ist und manche Charaktere eben nur auftauchen damit mehr Mutanten dabei sind. Wir fühlten uns jedenfalls alle sehr gut unterhalten, mit vielen blöden Sprüchen und schönen Action-Szenen. Und ja, auch schönen Männern.
Worum es in "Waiting for Godot" geht steckt auch im Titel. Zwei ältere Männer warten bei einem Baum auf Godot, tagelang, nur besucht von einem Verrückten und seinem Sklaven und einem Botenjungen, bis sie irgendwann nicht mehr wissen Einbildung und was Wirklichkeit ist. Das Stück war auch lustig, die Männer zum Glück bekleidet, und die Schauspieler hatten sichtlich Spaß an der Sache. Ian McKellen spielt den Tramp ohne Kurzzeitgedächtnis und ist ein richtiger Clown; Patrick Stewart kann dafür besser singen. Gegen Ende wird es halt ein bisschen deprimierend.
"Gewonnen" hat im Endeffekt wohl die Hochkultur. Sehr unterhaltsam war zwar beides (der Altersdurchschnitt des Publikums dürfte übrigens ungefähr gleich gewesen sein), aber vom Theater ist mir etwas mehr in Erinnerung geblieben. Dafür war das Kino billiger.

Monday, April 27, 2009

Von Christopher Marlowe

hatte ich mir einiges erwartet, als ich am Mittwoch im National Theater sein "Dido, Queen of Carthage" sehen wollte. Es war aber eher wieder ein Beispiel dafür, dass ein Stück (trifft oft auch auf Bücher zu) nicht gut sein muss, nur weil der Verfasser als großer Literat gilt.
Zugute halten kann man ihm, dass es sein erstes Stück ist, geschrieben als er noch in Cambridge studiert hat. Das merkt man deutlich. Manchmal hat man den Eindruck er hätte es geschrieben um sich auf eine Vergil-Übersetzungsklausur vorzubereiten. Nur dass er manchmal auch das Übersetzen vergessen hat, und gesprochenes Latein verstehe ich nun mal nicht sonderlich gut. Von Frauen hat er dafür keine Ahnung. Insgesamt fühlte ich mich an "Bridget Jones" erinnert, weniger der Handlung wegen, aber wegen der fast körperlichen Schmerzen, die Fremdschämen nun einmal verursacht.
Die Schauspieler konnten einem ein bisschen Leid tun. Sie haben ihr Bestes getan, und wann immer sie ein bisschen Spielraum hatten, wurde das Stück wirklich lustig. Nur die Venus fand ich ein bisschen verstörend: sie sollte wohl verführerisch sein, sah dabei aber aus wie Gesine Schwan.
Immerhin haben wir es das ganze Stück ausgehalten, mein Sitznachbar ist nach der Pause nicht wiedergekommen. Wie ich hinterher feststellen musste haben auch einige Kritiker vorzeitig aufgegeben.

Tuesday, April 21, 2009

Das Märchen

vom hässlichen Entlein das zum Schwan wurde gibt es in England in einer neuen Version: Susan Boyle heißt das Entlein, 47 Jahre alte Schottin, und Teilnehmerin der Show "Britain's got Talent". Darin darf jeder der glaubt irgendwas Besonderes zu können vorsingen, -spielen und - tanzen und sich so dem Land vorstellen. Zu gewinnen gibt es 100000 Pfund und einen Auftritt vor der Queen. Manchmal springen auch ein Plattenvertrag und ein paar Welttourneen heraus, wie bei dem Gewinner der ersten Ausgabe, Paul Potts.
Der war ja schon eine ziemliche Überraschung, und Susan Boyle scheint das Ganze noch zu toppen. Zu Beginn ihres Auftritts macht sich das Publikum einigermaßen lautstark über sie lustig, und die Intervieweinspieler regen doch sehr an zum Fremdschämen. Als sie dann aber anfängt zu singen kippt die Stimmung. Fast so unterhaltsam wie das Lied selbst ist der Wandel im Gesichtsausdruck der Leute von boshaft und hämisch zu ehrlich beeindruckt. Und die Frau kann wirklich singen.

Sunday, March 22, 2009

"There's nothing

for you to worry about ma'am" ist entgegen aller Absicht ja nicht dazu geeignet jemanden zu beruhigen. Schon gar nicht, wenn man das von einem Polizisten zu hören bekommt der vor der eigenen Haustür rumsteht. Und erst recht nicht, wenn außer ihm noch zwei Polizeiautos in Sichtweite sind und in jedem zweiten Hauseingang wieder zwei Polizisten, ebenso in jeder Seitenstraße. Ein Polizeifotograf war auch da, und um die Ecke noch drei Mannschaftswagen.
Das Ganze zog sich wohl auch ein Weilchen hin, denn sie waren schon da als ich einkaufen ging und hatten sich sogar noch vermehrt als ich zurückkam. Gefragt habe ich dann, als ich das nächste Mal aus dem Haus ging.
Aufgefallen ist mir aber eigentlich nur, dass die Leute die jeden Tag vor dem British Museum für den Erhalt von persischen Kulturgütern protestieren heute verkleidet waren. Bedrohlich sahen sie eher nicht aus.
Was genau los war weiß ich immer noch nicht, aber das British Museum hatte heute ein paar besondere Familienveranstaltungen zum persischen Neujahrsfest. Vielleicht hatte jemand Angst dass was schief läuft.
Aber das könnte man dann doch einfach sagen, oder? Und mich nicht obendrein noch als ma'am bezeichnen, so alt sehe ich wirklich nicht aus (gegenteilige Meinungen dürft ihr gerne für euch behalten).

Tuesday, March 17, 2009

Pinguine

schlafen bekanntlich im Stehen. Der Pinguin, der an der Uni vor dem Bücherladen steht war da bisher keine Ausnahme. Seit letzter Woche muss er sich aber wohl etwas anderes überlegen, denn seine Füße wurden abgesägt - und er selbst verschleppt.
Es gibt den Verdacht, dass Studenten des benachbarten King's College dahinter stecken, aber beweisen lässt sich natürlich nichts.

Friday, March 13, 2009

Kino, Kino

und nochmal Kino, dazu ein bisschen Theater gibt es heute - wie im letzten Post versprochen.

Twelfth Night: Eine Inszenierung der Royal Shakespeare Company mit Derek Jacobi. Wir haben am vorletzten Tag noch Stehkarten ergattert. Grundsätzlich ist das ja eher unangenehm, aber so hat man einen sehr einfachen Maßstab, ob das Stück gut ist oder nicht: tun die Füße erst nach dem Theater weh, oder schon zur Pause? Diesmal war ich so mit dem Stück beschäftigt, dass mir erst auf dem Heimweg aufgefallen ist, dass ich eigentlich nicht mehr stehen kann.
Das Stück ist eine typische Shakespeare-Komödie - etwas derb und sehr lustig. Die Handlung ist nicht weiter anspruchsvoll, ein Zwillingspaar, Bruder und Schwester, glaubt dass der jeweils andere bei einem Schiffsunglück gestorben ist und nur sie/er überlebt hat und auf einer Insel gestrandet ist. Diese Insel wird bevölkert von einem liebeskranken Herzog, sowie seiner eher kühlen angebeteten und deren Verwandtschaft. Die Schwester gibt sich als Junge aus, wird Diener des Herzogs, soll an des Herzogs Stelle um die Dame werben, die sich natürlich prompt in den Diener verliebt. Hilarity ensues. Und das Ende ist jetzt auch klar.
Das Stück ist nicht sonderlich anspruchsvoll, so dass ich auch ohne vorher die Handlung zu kennen (ja, ich weiß, Schande über mich) das allermeiste verstanden habe. Gut gespielt war es auch, wie man das von einer RSC Aufführung erwarten würde, und es war wirklich, wirklich lustig.

Gran Torino: Clint Eastwood Film über einen Ford-Arbeiter im Ruhestand (gespielt von Clint himself), der die Welt im Allgemeinen und seine asiatischen Nachbarn im Besonderen hasst, und auch keinerlei Hemmungen hat seiner Umwelt das mitzuteilen. Als der Nachbarsjunge von einer Gang gezwungen wird den Gran Torino des alten Herrn zu stehlen und dabei erwischt wird, zwingt ihn seine Familie dazu, für den Nachbarn zu arbeiten um die Familienehre wiederherzustellen. Die beiden freunden sich an, der alte Mann wird zum Vaterersatz und dann kommt die Gang zurück.
Der Film ist gleichzeitig lustiger und trauriger als sich die Beschreibung anhört. Der alte Mann ist politisch äußerst unkorrekt und das macht seinen Kontakt mit den Nachbarn urkomisch. Das Ende ist traurig, und dennoch anders als man erwarten würde - oder zumindest anders als ich erwartet hätte. Sehenswert ist er auf jeden Fall.

Vicky Christina Barcelona: Der neue Woody Allen Film mit Scarlett Johannson, Javier Bardem und Penelope Cruz über drei Freigeister und eine konservative Amerikanerin in einem Sommer in Barcelona. Das war es auch schon mit Handlung. Insgesamt schon lustig, mit ein paar deprimierenden Untertönen. Reicht aber vollkommen, wenn man den Film im Fernsehen sieht.

Watchmen: Comicverfilmung, und schon deshalb besser im Kino zu sehen. Der Film hat zudem seine Altersbeschränkung redlich verdient - das Buch ist schon brutal, aber für den Film haben sie noch ein bisschen draufgelegt. Der Soundtrack ist größtenteils sehr gut, nur auf "99 Luftballons" hätte ich verzichten können. Mit dem Film als Ganzem ist es ähnlich. Er ist größtenteils sehr gut, aber ein paar Szenen hätte ich nicht gerbaucht - und damit meine ich gar nicht die Gewalt. Das Ende ist ein bisschen anders als im Buch, ist aber irgenwie überzeugender. Die Schauspieler decken das ganze Spektrum von entsetzlich bis hervorragend ab. Am besten fand ich mit Abstand den Rorschach-Darsteller, auch wenn er mich ohne Maske sehr an Steve Nash erinnert hat - das hat ein bisschen abgelenkt.
Insgesamt fand ich den Film deutlich besser als es meine eigene Beschreibung vermuten lässt, mir war die ganzen drei Stunden nicht danach auf die Uhr zu sehen und ich würde ihn mir auch nochmal im Kino anschauen. Ich weiß nur nicht, ob er verständlich ist wenn man die Geschichte nicht kennt, also kann ich ihn nur eingeschränkt weiterempfehlen.


Sunday, March 08, 2009

Einmal im Monat

ist ja auch regelmäßig, aber sogar dann wird es langsam wieder Zeit dass ich von mir hören lasse. Dummerweise war ich in letzter Zeit ganz gut beschäftigt, so dass es nicht allzu viel Berichtenswertes gibt. Ein kleiner Überblick:
  • Frankfurt an der Oder war ganz nett. Die Leute waren sehr freundlich und die Wohnung schön groß.
  • Als ich wieder nach London zurückkam war ich erst einmal hauptsächlich damit beschäftigt meinen Unterricht nachzuholen. Eigentlich hatte ich das zwar schon geregelt bevor ich nach Frankfurt geflogen bin, aber dann kam mir der Schnee dazwischen. Also musste ich statt vier plötzlich acht Stunden Unterricht und drei Stunden Sprechstunde nachholen.
  • Dann habe ich auch selber noch einen Kurs, der im zweiten Term deutlich aufwändiger geworden ist.
  • Arabisch versuche ich auch zu lernen. Das schien Anfang des Uni-Jahres noch eine brilliante Idee, inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das jemals was wird. Aber die Sprache ist auf alle Fälle auch mal einen Eintrag wert.
  • Letzte Woche musste ich in unserem Work-in-Progress Seminar präsentieren. Angemeldet habe ich mich, damit ich ein Datum habe bis zu dem ich brauchbare Arbeit abgeliefert haben muss - eine künstliche Deadline sozusagen. Hat nur bedingt funktioniert. Ich konnte eine Präsentation halten die auch einigermaßen gut lief, aber nicht über das was ich eigentlich vorhatte. Das Seminar war praktischerweise am Montag, der gleichzeitig auch mein teaching-day ist. Danach war ich ein paar Tage ziemlich platt.
  • Besuch hatte ich in der Zwischenzeit auch, so dass meine Schwester per Privatkurier rechtzeitig an ihr Geburtstagsgeschenk kommt. Alles Gute an dieser Stelle.
  • In meiner Freizeit - oder was davon noch übrig ist - schlafe ich mit Vorliebe. In den letzten zwei Wochen habe ich es aber doch zweimal ins Kino und einmal ins Theater geschafft. Dazu auch demnächst mehr. Außerdem waren noch ein paar Geburtstags- und ähnliche Feiern.
  • Eine davon war Mardi Gras, wie die letzen beiden Jahre auch mir echtem New Orleans Essen und Getränken. Ideales Essen vor der Fastenzeit, denn bis zum folgenden Sonntag ist man dann erst einmal satt.
So, damit ist auch schon erschöpfend berichtet, was ich die letzten vier Wochen so getrieben habe. Bis in einem Monat dann.



Kleiner Scherz, ich versuche mich zu bessern.