News from a Small Island

... oder: ein Landei in London

Monday, September 18, 2006

Ein bisschen Kultur muss sein

dachte ich mir, und bin dementsprechend um Viertel nach eins losgezogen, um ein bisschen die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu entdecken. Genauer gesagt war dieses Wochenende "Open House London" und man konnte alle möglichen Gebäude der Stadt umsonst besichtigen. Dazu gab's kostenlose Führungen.

Wie gesagt, ich bin ganz eifrig los, mit einem kleinen Notizzettel in der Tasche, was ich wann anschauen möchte. Der Plan hat noch nicht einmal die Busfahrt überlebt. Die Fahrt zur Guildhall, dem Sitz der Stadtregierung, hat nämlich statt einer halben Stunde über eine Stunde gedauert. Wir sind hinter einem jamaikanischen Karnevals-/ Protestumzug steckengeblieben, der mit Schrittgeschwindigkeit durch ein Stadtviertel gezogen ist. Was genau das sollte weiß ich nicht, weil die Erklärung auf einem Transparent stand, das die Leute VOR dem Wagen hertrugen. Aber die Musik war nett. Und ich habe ein sehr schönes Haus gesehen: es stand in einer Reihe von Backsteinhäusern die alle gleich aussehen, wie eine typisch britische Straße eben aussieht. Das Haus war als einziges weiß, ein Stockwerk kleiner als alle anderen und hieß "Seaview Cottage"!?!

Nun ja, um zwanzig vor drei bin ich an der Guildhall angekommen, rechtzeitig um sie mir anzusehen und dann eine geführte Tour zu Wren's Architektur mitzumachen. Die Guildhall ist ein Gebäude aus dem 12. Jahrhundert, das zweimal abgebrannt und in den 1960ern erweitert worden ist. Es gibt also eine sehr schöne, gut erhaltene Krypta und "moderne" Anbauten, die man besser hätte lassen sollen. Nach einer Stunde habe ich die Wren-Tour abgebrochen, weil ich fand fünf englische Kirchen an einem Tag sind genug. Außerdem war St. Pauls nicht auf dem Programm, was ich gehofft hatte.

Vor allem aber wollte ich noch vor 4.30 in Westminster sein (es war fünf nach vier), um dort noch in ein Gebäude zu kommen, wahlweise das Foreign Office & India Office oder die Treasury. Ich stand auch gerade vor einer U-Bahnstation, die mich recht zügig dort hinbringen sollte. Hat sie aber nicht, oder besser gesagt, als ich einmal in der Bahn war, war ich schon schnell in Westminster, aber es war schon nach halb fünf bis ich da drinnen war. Die U-Bahnstationen Bank und Monument sind nämlich unterirdisch verbunden, aber ein Stückchen voneinander entfernt, was aus dem Tube-Plan nicht so ganz ersichtlich war. Natürlich stand ich vor der falschen Station.

Habe in Westminster dann kurz überlegt ob ich mir das Churchill-Museum mit den Cabinet War Rooms ansehen soll, mich aber angesichts des (ermäßigten) Eintrittspreises von 8.50 Pfund dagegen entschieden. Bin dann noch ein bisschen durch Whitehall gewandert und schließlich mit einem Kaffe und einem Sandwich bewaffnet am Trafalgar Square gelandet, an dem gerade ein Konzert mit israelischer Jazzmusik stattfand. Dort hab ich dann mein Buch gelesen.

Am Abend habe ich mich dann mit ein paar Leuten getroffen, um auf das Themsefestival zu gehen. Das findet, oh Wunder, an den Ufern der Themse statt, und ist eigentlich ein großes Straßenkonzert, abgeschlossen heute Abend durch einen brasilianisch angehauchten Karnevalsumzug und ein Feuerwerk. Den Umzug haben wir nur kurz gesehen, weil er verglichen mit den Essensständen am Südufer weniger interessant war. Dafür hatten wir auf der Waterloo Bridge ganz gute Plätze fürs Feuerwerk.

2 Comments:

Blogger Kaiser said...

Ah, die Waterloo Bridge. Wußte nicht, daß man auf der auch ganz normal stehen kann. Meine letzten Erinnerungen daran sind, dass Krissi und ich (und Bea?) nach einem etwas länger geratenen Abend irgendwann gegen ein Uhr früh wie von der Tarantel gestochen über besagte Brücke zur Westminster-U gerannt sind, weil die Waterloo-Tubestation bereits geschlossen hatte.

Sollte man mal gemacht haben.

18/9/06 13:07  
Anonymous uli said...

in england gibt es u-bahn-stationen, die (unteriridisch) miteinander verbunden sind? für was soll denn das gut sein?

18/9/06 16:12  

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